Mitteldeutsche Meisterschaften der Männer in Markneukirchen

Markneukirchen - „Ein paar mehr Teilnehmer hätten wir uns schon gewünscht, vor allem aus Bayern hatten wir uns aus nahegelegenen Vereinen, wie Hof, Rehau, Bindlach, oder auch Lichtenfels starke Konkurrenz erhofft, gibt es doch im Männerbereich eigentlich nur wenige Wettkämpfe“, beklagte der Vorsitzende des AV Germania Markneukirchen Jens Berndt die geringen Teilnehmerzahl von nur 75 Ringern bei den Mitteldeutschen Meisterschaften, die in beiden Stilarten in der Musikstadt ausgetragen wurden. So waren es Ringer aus Kiel und Hamburg, die den weiten Weg ins Vogtland antraten und mit den Startern aus Thüringen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Berlin und aus dem Gastgeberland Sachsen erstaunlich gut mithielten. 

 

Doch am Ende waren die Gastgeber und Organisatoren dann doch zufrieden, denn die Ringer lieferten sich zum Großteil spannende Kämpfe und auch die vielen Zuschauer kamen damit auf ihre Kosten, denn gleich zwei Lokalmatadoren des AV Germania angelten sich den Mitteldeutschen Meistertitel. So war es einmal mehr Routinier Andre Backhaus, der noch einmal ins Trikot schlüpfte und die Zuschauer staunen ließ, wie man mit fast 50 Jahren noch gegen weitaus jüngere Konkurrenz kämpfen- und siegen kann. Zwar verletzte sich der Routinier bei einem Gegenangriff seines Magdeburger Kontrahenten Michael Estel an der Schulter, doch packte Backhaus nach kurzer Behandlungspause zu und schulterte den Gegner mit seiner gefürchteten Einsteigertechnik im Bodenkampf.

 

Auch der Neu-Markneukirchner Kevin Lucht stand am Ende auf dem obersten Treppchen- und das trotz einer Niederlage gegen Oliver Kock vom SC Roland Hamburg. Doch der Hansestädter unterlag gegen den Vize-Europameister von 2018 Martin Obst (1. Luckenwalder SC), der wiederum gegen Lucht mit Knieproblemen zu kämpfen hatte und am Ende knapp unterlag. Lucht mit den meisten Punkten auf dem Konto darf sich nun ein Jahr Mitteldeutscher Meister nennen, Obst holte trotz Verletzung noch Silber, Kock wurde nur Vierter, denn der stark aufringende Potsdamer Abderushid Ataev schob sich noch am Hamburger vorbei, auf den Bronzerang.

 

Ilja Matuhin (97 kg/1. Luckenwalder SC) und Martin Hopf (125 kg/RC Germ. Potsdam) waren allein in den obersten Freistil-Gewichtsklassen, bestritten jedoch zumindest Freundschaftskämpfe. Umkämpfte Duelle wurden den Zuschauern auch in den mittleren Gewichtsklassen geboten, wo viele gleichstarke Kontrahenten aufeinander trafen. Lennard Wickel (79 kg/1. Luckenwalder SC) und Daniel Sartakov (74 kg/SV Luftfahhrt Berlin) ließen mit Brian Bliefner und William Stier jeweils Ringer vom FC Erzgebirge Aue hinter sich. Im ebenfalls stark besetzten Limit bis 70 kg setzte sich am Ende Umalt Timaev (TuS Gaarden) gegen Friedrich Schröder (1. Luckenwalder SC) durch, Doa Küksar (SV Luftfahrt Berlin) kämpfte sich auf den Bronzerang und ließ den Lokalmatador Justin Müller (AVG Markneukirchen) auf Rang 4 hinter sich. 

 

Den unteren Gewichtsklassen drückten vor allem die Ringer aus Thüringen ihren Stempel auf, im leichtesten Limit bis 57 kg setzte sich Afshar Haydar aus Apolda im TRV-internen Duell gegen Abdul Rafar Ahmadi (RSV Rot. Greiz) durch, im Limit bis 61 kg ließ Movlet Makhmadov (SC Roland Hamburg) mit Rasul Galamatov und Drin Abdullahu gleich zwei Greizer Ringer hinter sich, während sich Abdul Galamatov (RSV Rot. Greiz) im Limit bis 65 kg auf das oberste Treppchen kämpfte. 

 

Bei den Griechisch-Römisch-Spezialisten ging es ebenfalls ordentlich zur Sache, im leichtesten Limit bis 60 kg setzte Steven Eckert (KSV Köllerbach) eine erste Duftmarke, der aus dem Saarland an das Bundes-Leistungszentrum nach Frankfurt(O.) wechselte. Der Deutsche Juniorenmeister verwieß Routinier Pierre Vierling (FCE Aue) und Steven Pieper (RC Cottbus) auf die Ränge. Sayadi Omid (KSC Apolda) ließ im Limit bis 63 kg sein Können aufblitzen und wurde für seine Techniken, mit denen er selbst Janik Rausch (RSC Rehau) im Finalduell bezwang, der im Vorjahr noch mit der WKG Pausa/Plauen in der DRB-Bundesliga antrat, als ‚Bester Kämpfer‘ ausgezeichnet. Der Greizer Dustin Nürnberger belegte in dieser starken Kategorie den Bronzerang. 

 

Bis zum Schlussgong offen, war das einzige Duell in der Kategorie bis 67 kg, wo Yannick Kraus vom TSV Dewangen die Fehler von Philipp Riese (RSV Hansa 90 Frankfurt/O.) konsequent nutzte und vom Kampfrichter zum Sieger erklärt wurde.  Mohammad Damankhoshk vom 1. Hennigsdorfer RV setzte sich im Limit bis 72 kg durch, Jonas Valtin (ASV Plauen) kämpfte in diesem Limit ebenfalls ein großes Turnier und holte Silber in die Spitzenstadt.

Richtig spannend wurde es in der Kategorie bis 77 kg, wo Niklas Ohff (FCE Aue) die Nase vorn hatte, der Deutsche Juniorenmeister Eric Löser (RSK Gelenau) kam auf dem Silberrang über die Ziellinie, Florian Frank (ASV Plauen) erwehrte sich tapfer gegen die Konkurrenz und beendete die Meisterschaft auf dem Bronzerang. 

 

Nichts anbrennen ließen Maximilian Schwabe (82 kg/KSV Pausa), der nach langer Verletzungspause vor zwei Wochen bei seinem ersten Auftritt in Warnemünde einen Turniersieg einheimste und nun auch den Mitteldeutschen Meistertitel gewann- und Thomas Leffler (97 kg/RSV Rotation Greiz), der Martin Hettler (SV Berlin Buch) auf den Silberrang verwies, Lugau‘s Toni Peprny holte Bronze im Limit bis 97 kg.

Das schwerste Limit entschied Ricardo Melz (RC Germania Potsdam) für sich, der sich im Kampf um die Goldmedaille gegen Karl Marbach Greifswalder RV) knapp durchsetzte. Aus Markneukirchner Sicht fehlte in der Kategorie bis 130 kg der Lokalmatador Franz Richter, doch der Vize-Europameister der Junioren und 3. Weltmeister von 2018 zog sich beim Traditionsturnier in Warnemünde einen doppelten Kieferbruch zu, wurde in der Leipziger Uni-Klinik operiert und fällt für längere Zeit aus.

 

Bevor die Kämpfe starteten, übernahm der Präsident des Ringer- Verbandes Sachsen Joachim Kühn die ehrenvolle Aufgabe und zeichnete in Vertretung des Berliner Präsidenten Sascha Förster den Berliner Trainer und Funktionär Swen Lieberamm für seine Verdienste mit der Ehrennadel des Deutschen Ringer- Bundes in Bronze aus. 

 

Es gab viel Lob für die Organisatoren des AVG, denn das Turnier verlief reibungslos und auch das Umfeld stimmte. Darauf bezog sich auch Markneukirchens Bürgermeister Andreas Rubner, der sich alle Kämpfe ansah, vor allen bei den AVG-Ringern mitfieberte und am Ende auch die Siegpreise überreichte.

 

Siegerfoto
FotoMDMLiebermann

Fotos & Text: Jörg Richter