Für die Ringer steht mit den Weltmeisterschaften vom 20.-28. Oktober der Jahres-Höhepunkt an, nach 1958 (GR), 1985 (FR), 1986 (GR/FR), 2005 (Männer und Frauen) und 2013 (Männer und Frauen) vergab der Ringer-Weltverband die Welttitelkämpfe erneut an die ungarische Hauptstadt Budapest.

Vor allem seit 2013 hat sich im Ringkampfsport sehr viel getan, die Reformen des Serben Nenad Lalovic greifen, doch nicht nur das Geschehen auf der Matte ist interessanter und spannender geworden, auch das Umfeld hat sich an neue Bedürfnisse und Vorgaben des IOC angepasst. Viele Besucher der Weltmeisterschaft 2015 in Las Vegas (USA) waren vom sportlichen Geschehen, aber auch vom Umfeld der Titelkämpfe in der Stadt des Glücksspiels restlos begeistert. Doch Paris setzte 2017 noch einen drauf, die Begeisterung auf- und an den Ringermatten übertraf alle Erwartungen. Allein der Jahrhundertkampf zwischen Kyle Snyder und Abdulrashid Sadulaev erzeugte Gänsehaut-Atmosphäre pur. 

Greiz – Erfolge sollen gefeiert - und die Sportler und Trainer entsprechend geehrt werden, lange suchte man beim Thüringer Ringer Verband nach einer guten Möglichkeit, die Athletinnen und Athleten in gebührender Form auszuzeichnen.

Am vergangenen Samstag landeten die Verantwortlichen des TRV bei der Wahl der Örtlichkeit einen Volltreffer, denn beim Vogtland-Derby zwischen dem RSV Rotation und der WKG Pausa/Plauen fanden sich über 1000 Zuschauer in der Sporthalle an der Eisbahn in Greiz ein. Riesen Applaus gab es, als Eyleen Sewina aufgerufen wurde, die es in diesem Jahr schaffte, den Deutschen Meistertitel bei den Juniorinnen zu erringen. Anfang August dann ihr bislang größter Erfolg, die Ringerin aus Greiz erkämpfte in Rom (ITA) Silber bei den Europameisterschaften der Juniorinnen. Und fast hätte die junge Dame noch einen drauf gesetzt, denn bei den Weltmeisterschaften, die vor 4 Wochen im slowakischen Trnava ausgetragen wurden, schrammte sie nur knapp am Einzug ins kleine Finale um Bronze vorbei. Ausgezeichnet wurde weiterhin Anne Nürnberger (KSC Motor Jena), die Sportschülerin war ebenfalls für EM und WM nominiert, kämpfte in Rom und Trnava noch im jüngsten Jahrgang der Juniorinnen und sollte dort erste Erfahrungen bei ihrem internationalen Debüt sammeln. Mit ihrem 7. Platz bei den Europameisterschaften stellte die junge Dame vom KSC Motor Jena aber auch schon ihren Fuß in die Türe zur internationalen Spitze.

Ab sofort (01.09.2018) hat der Weltverband eine Regelanpassung vorgenommen.

1. Für das wiederholte „raus pushen“ gibt es keine Verwarnung und keine 1 mehr!

 2. Der Obermann, der bei der angeordneten Bodenlage, im Wiederholungsfall einen Fehler begeht, verliert sein Recht der Bodenlage, wird aber nicht mehr mit einer Verwarnung (1 für den Gegner) bestraft.

Somit entfallen 2 Möglichkeiten der Verwarnung mit 1 Punkt im GR.

Die Regelanpassung betrifft natürlich beide Stilarten. 

Trnava – "Gekämpft, alles gegeben und dann doch verloren", so könnte man den Hoffnungsrundenkampf von Eyleen Sewina im Limit bis 65 kg am Freitagmorgen, bei den Weltmeisterschaften der Junioren in Trnava (SVK) beschreiben.

Die Ringerin aus Greiz, die am Bundesleistungszentrum in Frankfurt(O.) trainiert, hatte ihren Auftaktkampf gegen die Japanerin Miyu Imai mit 0:10 Punkten deutlich verloren, wobei die Japanerinnen das gesamte Geschehen im weiblichen Bereich dominieren und auch diesen Titelkämpfen ihren Stempel aufdrücken.Mit souveräner Leistung kämpfte sich Miyu Imai ins Finale, damit konnte Eyleen Sewina in der Hoffnungsrunde erneut ins Kampfgeschehen eingreifen. So stand die Deutsche Juniorenmeisterin am Freitagmorgen der russischen Ringerin Albina Khripkova gegenüber. Nach einem Konter lag Eyleen Sewina mit 0:2 zurück, startete dann jedoch eine ganze Flut von Angriffen, die jedoch von der Russin allesamt abgeblockt wurden, bis auf einen Punkt durch eine Passivitätsverwarnung kam nichts Zählbares für die deutsche Ringerin zum 1:2-Endstand heraus. Diese Niederlage bedeutete das endgültige Aus für Eyleen Sewina, die vor sechs Wochen bei den Europameisterschaften in Rom (ITA) Silber gewonnen hatte und nun auch in Trnava eine starke kämpferische Leistung zeigte.„Schade, Eyleen hat alles in die Waagschale geworfen, einen Angriff, nach den Anderen gestartet, ich kann ihr keinen Vorwurf machen“, so OSP-Trainer Michael Kothe, der in Frankfurt(O.) den Frauenbereich betreut. „Jetzt heißt es nach vorn schauen und weiter arbeiten“, war Michael Kothe- und noch viel mehr Eyleen Sewina selbst, die Enttäuschung anzusehen, denn mit einem Sieg wäre die Bronzemedaille in greifbare Nähe gerückt.

Rom – Die deutschen Junioren- und Juniorinnen sorgten bei den Europameisterschaften in Rom für eine wahre Medaillenflut. 7 Medaillen gab es für den Deutschen Ringer- Bund insgesamt.

Gold und Silber holten die Griechisch-Römisch-Spezialisten gleich zum Beginn der Titelkämpfe, die Juniorinnen sorgten für einmal Silber und drei Bronzemedaillen, während die Freistilringer unter ihrem neuen Nachwuchs-Bundestrainer Marcel Ewald am letzten Kampftag mit Bronze glänzten.

„Eine insgesamt fantastische Leistung, hier haben sich die Athleten und ihre Trainer für ihre harte Arbeit selbst belohnt“, unterstreicht das Ergebnis aus Sicht des DRB-Präsidenten Manfred Werner die Entbehrungen und Schweiß der vergangenen Monate, ja Jahre.