Deutsche Meisterschaften der Junioren und Juniorinnen in Bad Kreuznach und Hemsbach

Bad Kreuznach/Hemsbach – Bei den Deutschen Meisterschaften der Junioren und Juniorinnen schnitten die Starter des Thüringer Ringer- Verbandes überraschend stark ab.
So erkämpfte Eyleen Sewina (68 kg) vom RSV Rotation Greiz nahezu unangefochten den Deutschen Meistertitel in ihrer Gewichtsklasse.
Gegen Jana Heiden (KSV Schriesheim) gelang der Ringerin aus Greiz, die am Bundes-Leistungszentrum Frankfurt(O.) trainiert, ein Schultersieg, im zweiten Duell zwang sie ihre Trainingskameradin Tabea Lawnitzak, mit der sie gemeinsam am Stützpunkt an der Oder trainiert, mit 8:0 Punkten in die Schranken. Im Halbfinale gelang Eyleen Sewina ein vorzeitiger 10:0-Überlegenheitserfolg gegen Sofie Becker (TSG Hasloch) und katapultierte sich damit bis ins Finale, wo die RSV-Ringerin ihrer Kontrahentin Sabrina Fischer (ASV Urloffen) beim 9:0-Punktsieg keine Chance ließ. Dabei war auch die Finalkonkurrentin kein unbeschriebenes Blatt, Sabrina Fischer nahm 2017 an den Europameisterschaften der Kadetten in Sarajevo (BIH) teil, wo sie den 10. Platz belegte, was die Leistung von Eyleen Sewina noch unterstreicht.

Ein überraschendes Ergebnis schaffte auch Joel Wrensch (65 kg/RSV Rotation Greiz), der gleich im ersten Duell auf seinen TRV-Kollegen Otto Madejczyk (KSC Motor Jena) traf, den er beim Stand von 8:4 schulterte. Gegen den späteren, souveränen Titelträger Adrian Wolny (SV Triberg) unterlag der Greizer, kämpfte sich dann jedoch mit einem Hoffnungsrundenerfolg über Friedrich Schröder (1. Luckenwalder SC) ins kleine Finale um Bronze. Dort setzte sich Joel Wrensch gegen Nils Klein vom KSV Köllerbach mit 4:1-Wertungspunkten durch und gewann damit die Bronzemedaille, die im TRV-Lager Jubelstürme auslöste.

Stützpunkt Westthüringen überzeugt

Im letzten Jahr hat sich beim Thüringer Ringer-Verband viel getan. Nach immer schwächeren Ergebnissen im Nachwuchsbereich musste gehandelt werden. Nach intensiven Gesprächen und Planungen lag im Frühherbst 2017 endlich ein tragbares Konzept vor. So wurde ein Stützpunktsystem für den Nachwuchs geschaffen. Ziel ist es, dass die Kinder durch wechselnde Trainingspartner und neue Impulse durch andere Trainer leistungsstärker werden und somit auch mit einem durchaus höheren Niveau an die Sportschule delegiert werden können. Im Bereich Westthüringen wurden zwei Stützpunkte implementiert. Im zweiwöchigen Rhythmus trainieren die Ringertalente immer im Wechsel in Zella-Mehlis und Waltershausen. Die verantwortlichen Trainer der beiden Stützpunkte sind Andre Schedler und Florian Crusius. Koordiniert wird das Ganze durch Heino Barth, der selbst erfolgreicher Trainer in Mühlberg ist. Als erste gemeinsame Maßnahme ging es am 03.03.2018 zum 23. Maintalturnier in das fränkische Schonungen. 150 Teilnehmer aus 23 Vereinen aus der gesamten Bundesrepublik und sogar aus Holland drückten dem Turnier einen qualitativ guten Stempel auf. Die 13 Westthüringer Ringerasse überzeugten mit dem Gewinn von insgesamt sechs Gold-, einer Silber- und einer Bronzemedaille. In der E-Jugend gewann Frieda Grünewald, die einzige weibliche Starterin aus Thüringen, die Goldmedaille. Und das, obwohl sie bei den Jungs startete. Ihr Bruder Paul wurde in der Gewichtsklasse bis 27 kg Dritter. In der D-Jugend holten die Thüringer durch John Barth (23 kg) und Magnus Hötzel (34 kg) gleich zwei Turniersiege. Beide zeigten sehr konzentrierte Leistungen und siegten souverän. Mit Silber musste sich Luis Schmidt (29 kg) zufrieden geben. Trotz einer hohen Niederlage gegen einen Holländer zeigte er einen super Wettkampf. Auch die beiden C-Jugendlichen, David Barth (31 kg) und Franz Günther (50 kg), sowie der B-Jugendliche Max Wieland (62 kg) wurden überlegen Turniersieger. Knapp am Siegerpodest vorbei schrammten Raphael Titze, Sean Luca Hack und Leon Hacker, sie wurden Vierte. Auf einem guten fünften Platz landeten Lennart Schmidt und Phillip Niedenthal. Trotz der guten Ergebnisse bilanzierten die Trainer Verbesserungspotential vor allem im technischen und taktischen Bereich, an denen man in den nächsten Wochen arbeiten wird. Die Reise nach Schonungen war ein voller Erfolg und hat gezeigt, dass die Thüringer Nachwuchsringer in die richtige Richtung marschieren.

FB IMG 1518000221910Wir haben gestern mit großer Bestürzung vom plötzlichen Tod unseres Mannschaftsleiters, Rajko Schedler, erfahren müssen.
Rajko, der schon seit seiner Kindheit immer für den Verein auf der Matte stand, übernahm nach dem Ende seiner aktiven Zeit den Posten des Mannschaftsleiters, erst für die damals zweite Mannschaft und später für die Kampfgemeinschaft Südthüringen.
Wir verlieren mit Rajko nicht nur einen geschätzten Betreuer, Sportfreund, Berater, Teamkollegen und Unterstützer. Nein, wir haben vor allem einen Freund verloren!

Rajko wurde nur 49 Jahre alt.

Unser tief empfundenes Mitgefühl und aufrichtiges Beileid gilt der Familie!
Dem Beileid an die Familie schließt sich auch das Präsidium des TRV an.

2 Titel und 5 Mal Silber an Thüringer Ringermädels

Apolda – 170 Ringerinnen trafen sich am Samstag zu den Mitteldeutschen Meisterschaften in Apolda, wo sie in den Altersklassen der Frauen, der weiblichen Jugend, sowie bei den Schülerinnen die Titelträgerinnen 2018 ermittelten. Auf Grund verschiedener internationaler Wettkämpfe fehlten mehrere Spitzenringerinnen, zudem machte sich bei allen beteiligten Landesorganisationen und Vereinen die Grippewelle bemerkbar, dennoch traten 23 junge Ringerinnen aus den Thüringer Vereinen auf die Matten, wo die jungen Damen sehr erfolgreich kämpften. Die Konkurrenz war groß, denn zum Zweckverband Ringen in Mitteldeutschland, der diese Titelkämpfe ausrichtet, gehören die Landesorganisationen Sachsens, Sachsen-Anhalt's, Thüringens, Berlins und Brandenburgs. Da diese Mitteldeutschen Meisterschaften 'offen' ausgetragen werden,  können auch Ringerinnen aus weiteren Bundesländern teilnehmen. Auch eine starke polnische Auswahl, sowie eine tschechische Delegation aus Czarny Bor waren in Apolda am Start.Bei den Frauen waren die einzelnen Gewichtsklassen spärlich besetzt, Anne Nürnberger (59 kg/KSC Motor Jena) stand in ihrem Limit auf dem obersten Treppchen, Jil Niemandt (50 kg/KSC Apolda) gewann Silber. Bei den Frauen waren es vor allem die Damen aus dem Bundes-Leistungszentrum Frankfurt(O.) die dem Turnier ihren Stempel aufdrückten, bei den weiblichen Jugendlichen dominierten vor allem die polnischen Mädchen. Schwierig war es damit für die jungen Damen um Landestrainer Hartmut Reich, auf das Podium zu gelangen. Immerhin, Josefine Sauerteig (34 kg/AV JC Zella-Mehlis) erreichte den Silberrang in ihrer Kategorie, die Ringerin aus Zella-Mehlis musste sich im Finale Karolin Huth (SV Luftfahrt Berlin) geschlagen geben.  Am Siegerpodium vorbei schlitterte Sarina Alice Jurke (49 kg/ZSG Waltershausen), die zwei Auftakterfolge feierte, dann jedoch im Gruppenfinale von der späteren Siegerin Laura Colditz (RV Thalheim) gestoppt wurde. Im Kampf um Bronze unterlag Sarina Alice Jurke der Polin Klaudia Czyzio und beendete damit das Turnier auf dem undankbaren 4. Rang. Hinter der Ringerin aus Waltershausen erzielte Lea Kim Kuttkowski (RSV Rotation Greiz) den 5. Platz. Die Greizerin war gegen zwei polnische Auswahlringerinnen zunächst chancenlos, im Kampf um Rang 5 setzte sich Lea Kim Kuttkowski gegen Sarah Kellermann (Demminer RV) durch. Einen weiteren 5. Platz erzielte Alexandra Reim (65 kg), die wie Lea Kim Kuttkowski vom RSV Rotation Greiz kommt. Auch Alexandra Reim unterlag in ihren beiden Auftaktkämpfen gegen Ringerinnen aus Berlin, gewann dann jedoch den Kampf um Platz 5 gegen Leonie Chiara Gräning, die ebenfalls mit der starken Delegation des SV Luftfahrt Berlin nach Apolda gekommen war. Das I-Tüpfelchen für den Thüringer Ringer- Verband schaffte dann allerdings Josephine Wrensch (27 kg/SV Fortuna Pößneck) bei den Schülerinnen, die alle vier Kämpfe durch Schultersiege gewann. Auf Rang drei folgte Fiona Gasser (RSV Rotation Greiz), die vier Duelle siegreich bestritt und nur gegen Josephine Wrensch unterlag. Mit einem 2.- und einem 4. Rang glänzte der PSV Erfurt bei den Schülerinnen. Selina Wilhelm (30 kg) kämpfte sich siegreich durch die Vorrunde, unterlag dann aber im Finale gegen Victoria Rein vom 1. Luckenwalder SC. Den 4. Rang erzielte Lea Müller (33 kg), die zwei Siege und zwei Niederlagen verbuchte.
Einen weiteren Silberrang erzielte Josephine Schneider (42 kg/AV JC Zella-Mehlis), die sich mit vier Siegen ins Finale kämpfte, dort allerdings gegen 8 Nguyen (Preussen Berlin) den Kürzeren zog. Silber ging auch an Colleen Schröder (54 kg/SV Sömmerda), die in der Ergebnisliste vor Emely Kaufmann stand, die die Medaillenbilanz des RSV Rotation Greiz mit einer Bronzemedaille abrundete.Gastgeber KSC Apolda glänzte ebenso bei den Schülerinnen, Emely Zimmermann (46 kg) und Maria Poluyanov (58 kg) freuten sich über Silbermedaillen, Michelle Sandkaulen (34 kg) kämpfte sich in ihrer sehr gut gesetzten Kategorie mit zwei Siegen und drei Niederlagen auf den 6. Rang. Auch Lena Thänert (33 kg/AV JC Zella-Mehlis) schob sich auf den 6. Rang – und damit unter die Besten ihrer Gewichtsklasse.
Der KSC Apolda schob sich mit drei Silbermedaillen als bester TRV-Verein auf Rang 7 der Mannschaftswertung, der RSV Rotation Greiz rangierte mit zwei Bronzemedaillen und zwei fünften Rängen auf dem 12. Platz unter den insgesamt 51 angereisten Teams. Gewonnen hat der SV Luftfahrt Berlin vor der polnischen Jugendauswahl und dem SV Preussen Berlin. Als bester sächsischer Verein kam der RV Thalheim auf Rang 5, gefolgt vom RSV Hansa 90 Frankfurt(O.) und den Nordlichtern des Demminer RV.„Es waren sehr gut organisierte Meisterschaften“, ging das Lob von Thüringens Landestrainer für den weiblichen Bereich Hartmut Reich an die rührigen Veranstalter. Doch auch dem Geschehen auf der Matte gewann der Ex-Weltmeister viel Gutes ab: „… es war Einiges los auf den 4 Matten, angesichts 170 Teilnehmer, wobei vor allem die polnische Jugendauswahl für ein sehr gutes Niveau sorgte“. Mit zweimal Gold-,  fünf Silber- und einer Bronzemedaille zeigte sich der Landestrainer zufrieden. „Die beste Leistung zeigte Josephine Wrensch (Pößneck), die mit super Kämpfen den 1. Platz belegte, aber auch Emely Zimmermann (Apolda) wusste mit ihrem 2. Platz zu überzeugen, ebenso wie Selina Wilhelm (Erfurt), die mit starker Leistung ebenfalls Silber gewann“, hob Reich die jungen Damen aus der insgesamt guten Verbandsleistung der TRV-Ringerinnen hervor.
 
Jörg Richter
 
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Starke Leistung von Josephine Wrensch (27 kg/SV Fort. Pößneck - rotes Trikot), die bei den Schülerinnen den Mitteldeutschen Meistertitel gewann.
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Zwei Goldmedaillen, fünf Mal Silber und eine Bronzemedaille, dass war die Ausbeute der Thüringenauswahl um Landestrainer Hartmut Reich bei den Mitteldeutschen Meisterschaften der Frauen und Mächen in Apolda.
Fotos: TRV
 

Jena – Beim Thüringer Ringer- Verband ist Einiges in Bewegung geraten, es weht ein frischer Wind durch die traditionsreiche Sportart. Neben alteingesessenen Vereinen wie dem AV JC Zella-Mehlis, sind zahlreiche Sichtungsaktionen in Apolda, Pößneck und auch in Waltershausen zu spüren, wo 'Heimkehrer' Florian Crusius mit weiteren Helfern die Nachwuchsabteilung neu belebte. Der schon totgeglaubte SV Fortuna Pößneck richtete jüngst gar die Thüringenmeisterschaften mit 134 Teilnehmern aus. Die ehrenamtlichen Helfer um TRV-Frauenreferentin Susi Wrensch stemmten dieses Event bravourös und feierten dabei selbst zahlreiche Erfolge ihrer jungen Talente.

Der KSC Apolda ließ in den letzten Jahren vor allem durch die Erfolge der Veteranen aufhorchen, ehemalige Ringerrecken wie Erhard Pocher, oder Bernd Radestock sammelten fleißig WM-medaillen bei den Masters.
Doch nun nimmt auch die Talentschmiede ordentlich Anlauf, unter Anleitung von Trainer Bela Olah und seines Trainerstabes feierten die KSC-Youngster zuletzt schöne Erfolge bei den Landesmeisterschaften, aber auch mit Silber und Bronze bei den Mitteldeutschen Meisterschaften der B-Jugend, die am vergangenen Sonntag in Werdau ausgetragen wurden.

Einer der Väter des Erfolges beim Aufbau des Nachwuchsbereiches ist Bela Olah, der als Trainer und Funktionär beim KSC Apolda tätig ist, aber auch als Vizepräsident des Thüringer Ringer- Verbandes viele Hebel in der Landesorganisation in Bewegung setzte.
Für sein ehrenamtliches Engagement ehrte der Kreissportbund Weimarer Land Bela Olah bei der Sportgala in der Stadthalle Apolda als 'Sportorganisator des Jahres'.

Doch auch im Spitzenbereich der Ringersparte Thüringens gab es Ehrungen und Auszeichnungen. Ringerin Maria Selmaier (KSC Motor Jena) erhielt bei der Wahl zur Sportlerin des Jahres in Jena die meisten Stimmen. Eine Anerkennung ihrer Leistungen in einer Sportart, die bis vor einigen Jahren als reine Männerdomäne galt. Maria Selmaier tat mit ihren Erfolgen, aber auch ihrem Auftreten außerhalb der Ringermatte viel für das Image der Frauen auf Ringermatten. Bei ihrer Wahl zur Sportlerin des Jahres hallte sicherlich auch ihre Teilnahme an den Olympischen Spielen in Rio 2016 nach, Maria Selmaier war die einzige  Starterin im Ringen, die aus den neuen Bundesländern kam. Maria Selmaier siegte vor Susen Lösch (USC) und Kassandra Walluks (JC Jena). Bei den Männern siegte Thomas Röhler (LC Jena), Mannschaft des Jahres wurde der SV GutsMuths Jena (Badminton).

Doch auch beruflich erklimmt Maria Selmaier die nächste Stufe ihrer Karriereleiter, die 26-jährige schloss ihre Ausbildung bei der Thüringer Landespolizei mit Erfolg ab. „Heute vor drei Jahren habe ich meine Ausbildung zur Polizeimeisterin begonnen und nun auch abgeschlossen, gemeinsam mit Christiane Göhring (Schießsport) durfte ich meine Urkunde zur Beamtin auf Lebenszeit in Empfang nehmen“, so die junge Ringerin glücklich.
Beruf und Sport bekam Maria Selmaier auch während ihrer Ausbildung gut unter einen Hut, ihr Dank für die gute Sportförderung geht dabei an das Thüringer Ministerium für Inneres und Kommunales, die Thüringer Polizei und vor allem an das Bildungszentrum der Thüringer Polizei, sowie die Kriminalpolizeiinspektion Jena.

Jörg Richter

Maja Polizei