Florian Crusius verabschiedet sich von der Ringermatte

Ehrenrunde auf des Gegners Matte

Ringer Florian Crusius beendet seine sportliche Laufbahn

Nürnberg – Es kommt nicht oft vor, das ein Ringer auf des Gegners Matte eine Ehrenrunde dreht und mit viel Applaus – auch von des Gegners Fans, bedacht wird. Doch bei Florian Crusius ist das etwas Anderes, der 31-jährige absolvierte am vergangenen Samstag in Nürnberg seinen letzten Kampf.

Den bestritt der Routinier, der für diese Saison noch einmal zur WKG Pausa/Plauen in die höchste, deutsche Kampfklasse wechselte, gegen Deniz Menekse, der in den vergangenen Jahren um einen Platz in der DRB-Auswahl kämpfte und die deutschen Farben auch bei der Weltmeisterschaft 2015 in Las Vegas vertrat. „Ich wollte es eben noch einmal wissen, noch einmal gegen die Besten ringen“, gab 'Crusi', wie er von Fans und Freunden genannt wird, noch einmal alles.
Florian Crusius unterlag in seinem letzten Mannschaftskampf mit 3:11 Wertungspunkten, kämpfte in der ersten Runde mit Deniz Menekse auf Augenhöhe, erst in Runde zwei sammelte der Nürnberger weitere 5 Punkte zum 11:3-Endstand.

Selbst in des Gegners Ecke wurde Florian Crusius herzlich verabschiedet, bei seiner Ehrenrunde applaudierten die etwa 500 Zuschauer in der Richard-Withe-JR-Arena dem Ringer, der 2001 bei den Europameisterschaften der Kadetten in Izmir (TUR) die internationale Bühne erstmals bestieg. 6 Mal startete Florian Crusius bei Europameisterschaften, dreimal nahm er an Weltmeisterschaften teil. Der 5. Platz bei den kontinentalen Meisterschaften der Junioren 2006 in Szombathely (HUN) war sein größter, internationaler Erfolg. 2008 nahm Florian Crusius auch Anlauf zu den Olympischen Spielen in Peking (CHN), scheiterte jedoch in den schweren Qualifikationsturnieren in Rom (ITA) und Novi Sad (SRB). Seinen letzten, ganz großen, internationalen Auftritt hatte Crusius bei den Weltmeisterschaften 2010 in Moskau, wo er den 14. Platz belegte.

Seine ersten Schritte auf der Ringermatte machte Florian Crusius 1995 bei der ZSG Waltershausen, 2000 kam er an das Sportgymnasium nach Jena, startete mit Beginn seiner leistungssportlichen Laufbahn für den AV JC Zella-Mehlis. „In Jena wurde vorrangig Freistil trainiert, daher stand für mich die Frage zu wechseln, oder zurück nach Waltershausen zu gehen“, entschied sich der Thüringer 2001 für das Leistungszentrum Frankfurt(O.), wo er unter den Fittichen von Trainer Jörn Levermann seine größten Erfolge erzielte, wobei er bei Einzelmeisterschaften stets für den AV JC Zella-Mehlis auf die Matte trat. Das Zweitstartrecht nutzte er für Erst- und Zweitligamannschaften-, zuletzt kämpfte Florian Crusius beim RSV Rotation Greiz in Liga zwei, erst im vergangenen Jahr wollte es der Ringer aus Waltershausen noch einmal in der 1. Bundesliga wissen und bestritt die nun zu Ende gegangenen Saison für die WKG Pausa/Plauen. Dort fühlte er sich pudelwohl und in Pausa ist man doch recht traurig, dass der Leichtgewichtler nun seine Ringerstiefel nicht nur an den Nagel hängt, sondern diese mit dem Selbigen richtig festnagelt, so dass es nicht mehr zu einem Come Back kommen soll. „Man muss wissen wenn Schluss ist und ich will nicht irgendwann als Wurfpuppe auf der Matte stehen“, geht Florian Crusius jetzt, wo es am Schönsten ist – unter dem Applaus der Fans beider Mannschaften.

„Florian ist ein Kämpfer, der die Mannschaft mitreist, ein Motivator dazu“, zeigte sich WKG-Trainer Silvio Hoffmann von seinem Routinier begeistert. „Schade, das er nicht schon eher den Weg zu uns gefunden hat, ein Pfundskerl“, ist auch der Vorsitzende des KSV Pausa Ulrich Leithold traurig, dass für den 'Neuzugang' nach einem Jahr bei der WKG nun schon Schluss ist. „Was mich besonders bewegt hat, war sein Satz nach dem Sieg gegen Aue; das es schön war, einen Kampf zu gewinnen, aber noch wichtiger, dass die Mannschaft gewonnen hat“, lobte Leithold den Mannschaftsgeist von Florian Crusius.

Gleiches wird auch im Ringer-Leistungszentrum Frankfurt an der Oder laut, zu seinen ehemaligen Trainingskameraden unterhält Florian Crusius noch sehr gute Beziehungen; „… er ist ein Kumpeltyp, auf den man sich verlassen kann, natürlich werden wir einen 'heißen Draht' nach Waltershausen legen“, so Marc Wentzke, der das Regionalligateam der KG Frankfurt(O.)/Eisenhüttenstadt betreut und ebenso selbst noch die Ringerstiefel schnürt. Dagegen freut man sich beim Thüringer Ringer- Verband über die Heimkehr des Waltershäusers. „Er hat immer für Zella-Mehlis gerungen, ist auch in seiner langen Zeit  in Frankfurt(O.) bodenständig geblieben“, so TRV-Präsident Lutz Zimmermann.

Florian Crusius absolvierte eine Ausbildung bei den Stadtwerken Frankfurt(O.), konnte nach seiner Rückkehr 2016 in seine Heimat Waltershausen auch bei einem regionalen Energieversorger anheuern. In seiner Freizeit gibt er seine Erfahrungen in der Talentschmiede der ZSG Waltershausen weiter, der er gemeinsam mit Mario Schönknecht und Matthias Rilk bereits neues Leben einhauchte.
Somit wird Florian Crusius weiter in den Ringerhallen und Arenen zu finden sein und vielleicht schafft es ja einer seiner neuen Schützlinge, in seine Fußstapfen zu treten.

Jörg Richter

 Crusius

Der Ringer Florian Crusius (rotes Trikot) wollte es zum Schluss seiner Laufbahn noch einmal in der höchsten, deutschen Kampfklasse wissen und heuerte dazu bei der WKG Pausa/Plauen an, wo man den Routinier nur ungern in die 'Ringerrente' schickt. Crusius gibt von nun an seine Erfahrungen an die Talente der ZSG Waltershausen weiter.

Foto: J. Richter

Internationaler Brandenburg-Cup in Frankfurt (O.)

Frankfurt(O.) - Beim 26. Internationalen Brandenburg-Cup traten insgesamt 316 Ringerinnen und Ringer aus 61 Vereinen und Verbänden auf die 5 Matten in der Brandenburghalle im Sportzentrum Frankfurt(O.), darunter auch eine Delegation aus Thüringen. Die Wettkämpfe wurden in den Altersklassen der Kadetten, der B- und C/D-Jugend im griechisch-römischen Stil-, sowie der Frauen und weiblichen Jugend ausgetragen.

Der AV Jugendkraft Zella-Mehlis reiste mit 5 jungen Athleten an die Oder, wobei man sich im Lager des AV Concordia gleich über zwei Turniersiege freuen durfte. In der B-Jugend belegte Raphael Trautwein (29 kg) den 1. Platz, Max Wieland (54 kg/B-Jugend) setzte sich in seiner Gewichtsklasse gegen die Konkurrenz durch. Theo Hempel (63 kg/Kadetten) und Willi Hempel (38 kg/B-Jugend) bekamen die Stärke der internationalen Konkurrenz in den älteren Altersklassen zu spüren und schieden nach jeweils zwei Begegnungen aus, Franz Günther (50 kg/B-Jugend) erreichte in seiner Kategorie noch den 7. Platz im Klassement.

Der Bundes-Stützpunkt in Frankfurt(O.) ist bekannt für seine starke Frauen- und Mädchenriege. Das zieht natürlich auch internationale Konkurrenz – vor allem aus Polen und Schweden an, die dem Damenringen in Europa ihren Stempel aufdrücken. Aber auch zwei junge Damen vom KSC Apolda stellten sich der Konkurrenz, Jil Niemandt (50 kg/Frauen) musste gleich 5 Kämpfe überstehen, wobei sie im vierten Kampf auf die Vize-Europameisterin der Juniorinnen Lisa Ersel aus Berlin traf. „Es ist schon mal eine Erfahrung, gegen so eine Klasse-Ringerin zu kämpfen", war die junge Ringerin über ihren 4. Platz in diesem Feld nicht unglücklich.
Kampferfahrungen sammelte auch Emely Zimmermann (43 kg/Weibl. Jugend), die nach zwei Niederlagen vorzeitig ausschied.

Ebenfalls zwei Teilnehmerinnen stellte der RSV Rotation Greiz im weiblichen Bereich, wobei Eyleen Sewina (71 kg/Frauen) Heimvorteil hatte, da die Greizerin im Leistungszentrum Frankfurt(O.) trainiert. Nach einem Überlegenheitserfolg über Linda Waldeck (SV Luftfahrt Berlin) verletzte sich Eyleen Sewina beim Duell gegen die Schwedin Cornelia Nielsen am Arm und musste das Turnier abbrechen. „Die erste Diagnose auf einen Bruch des Armes hat sich nicht bestätigt, der Arm wurde dennoch geschient, in einigen Tagen wird sie wieder mit leichtem Training beginnen können“, so Trainer Michael Kothe erleichtert.
Nach zwei Niederlagen stand Lea-Kim Kuttkowski (46 kg/weibl. Jugend) im Kampf um Platz 5, den die junge Ringerin aus Greiz gegen Pauline Hempel (SV Siegfried Nordwest) verlor. Damit beendete Lea-Kim Kuttkowski das Turnier auf dem 6. Platz der Ergebnisliste ihrer Gewichtsklasse.

Rang 5 und 9 ging an Ringerinnen des KSC Motor Jena, Anne Nürnberger (60 kg/Frauen) kämpfte sich mit einem Sieg und zwei Niederlagen in das Duell um Platz 5, dass sie mit technischer Überlegenheit (10:0) gegen die Schwedin Nanny Jönsson gewann. Katharina Hartmann (43 kg/weibl. Jugend) schied hingegen nach zwei Niederlagen auf Rang 9 ihrer Gewichtsklasse aus.

Ein schweres Los hatte Emilie Bauer (49 kg/weibl. Jugend) vom SV Fortuna Pößneck erwischt, die nach Niederlagen gegen Karoline Nielson (Dänemark) und Ida Strand (Schweden) ausschied.

Insgesamt drückten die schwedischen Ringer und Ringerinnen dem 26. Internationalen Brandenburg-Cup ihren Stempel auf, Team Skane und Helsingborg belegten in der Mannschaftswertung die Plätze eins und drei, auf dem zweiten Platz kam der SV Luftfahrt Berlin als bester, deutscher Verein. Die polnischen Ringer aus Poznan erkämpften den vierten Rang, vor den Gastgeberinnen des RSV Hansa 90 Frankfurt(O.). Bestplatzierter Verein aus Thüringen wurde der AV JC Zella-Mehlis auf Rang 19.

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Ehrung erfolgreicher TRV- Sportler

Am 27.09.2017 führte der Thüringer Ringerverband seine traditionelle Veranstaltung, zur Ehrung erfolgreicher Sportler durch.

Die Sportler waren allesamt erfolgreich bei Deutschen Meisterschaften. Geehrt wurden Nori Opiela (SV Lok Altenburg), Maria Selmaier, Anne Nürnberger, Katharina Hartman, Hassan Ismael (alle KSC Motor Jena), Lukas Hanke (RSV Rotation Greiz) und Jil Niemandt (KSC Apolda). Gemeinsam mit dem Landestrainer Hartmut Reich, dem Stützpunkttrainer Kay Taubert, dem Leistungssportkoordinator des LSB Winfried Wundersee und dem Sportlehrer des Sportschule Jena Denis Bleyl wurden die Erfolge noch einmal in Erinnerung gerufen, bevor dann im Eiscafe Riva zum gemütlichen Teil übergegangen wurde. Die Die Ehrungen führte der Vizepräsident-Sport des Thüringer Ringerverbandes Bela Olah durch.

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Regionalligen bleiben in Eigenverwaltung / Bundesligaausschuss tagt am 5.11. in Darmstadt

Bad Mergentheim - Bei der Delegiertentagung des Deutschen Ringer- Bundes in Bad Mergentheim wurden am vergangenen Samstag wichtige Entscheidungen, die unterklassigen Ligen betreffend getroffen. Dem Vorhaben des DRB-Präsidiums, den Zugriff auf die länderübergreifenden Regionalligen in der Satzung festzuschreiben und auch neue Wettkampfgemeinschaften genehmigungspflichtig werden zu lassen, wenn Ringer aus mehreren Bundesländern beteiligt sind, wurde von der Mitgliederversammlung abgelehnt. Alle Punkte werden in der Wettkampfordnung geregelt, müssen daher nicht in der Satzung festgelegt werden“, so die Meinung der meisten Delegierten.
Wie es mit der Bundesliga-, insbesondere mit dem Streit zwischen der Deutschen Ringerliga und den DRB weiter geht, darüber berät am 5. November der Bundesligaauschuss gemeinsam mit den derzeitigen, 21 Bundesligisten, dem Präsidium und Vertretern der Landesorganisationen in Darmstadt.

Auch der Vorschlag, die Besetzung des erweiterten Präsidiums zu verändern, dabei den Referenten für Bundeswehr durch einen Referenten für Internationales zu ersetzen, wurde abgewiesen, das Präsidium bleibt damit in der bisherigen Ausrichtung. Einzig der Pressereferent wird nicht mehr durch die Mitgliederversammlung gewählt, sondern durch das Medienreferat selbst bestimmt, analog zum Jugend-, oder Kampfrichterreferat.

Bei den Wahlen des Präsidiums für die nächsten vier Jahre, wurde der bisherige Vorstand um Präsident Manfred Werner im Amt bestätigt. Die Delegierten der Landesorganisationen gaben ein klares Votum zu Gunsten der Führungsspitze ab, Manfred Werner (71/Veithöchheim) wurde einstimmig wiedergewählt.

Werner, der mit den Meisten seiner Vorstandskollegen dem DRB seit 2005 vorsteht, unterstrich in seinem Bericht den langfristigen Leistungsaufbau des Verbandes, der zu den Erfolgen der diesjährigen Weltmeisterschaft mit insgesamt 4 Medaillen führte- und auch weiter führen soll. Dem Freistilbereich, der den Griechisch-Römisch-Spezialisten und Frauen hinterher hinkt, will man hingegen Zeit einräumen, um den Anschluss zur Weltspitze zu schaffen.

Die Emotionen schwappten beim letzten Tagesordnungspunkt hoch, bei dem es um Verhandlungen mit der abtrünnigen Deutschen Ringerliga ging. 5 deutsche Spitzenteams, darunter auch der amtierende, Deutsche Meister aus Weingarten und Vizemeister Ispringen wollten mit der Gründung einer Profiliga, analog zu Eishockey oder Basketball mit eigener Organisation und Vermarktung aus der Nische der Randsportart heraus treten. „Wir sind Amateursport, eine Profiliga gibt der hießige Ringkampfsport nicht her“, so die Darlegungen des Ringerchef's, der den vorliegenden Vertragsvorschlag der DRL als 'nicht verhandelbar' deklarierte und in seinen Äußerungen gegenüber den Verantwortlichen der DRL nicht zimperlich umging. Die Delegierten der Landesorganisationen erteilten dem DRB-Vorstand den Auftrag, mit einem Gegenvorschlag auf die DRL-Verantwortlichen zuzugehen.

Im Verlauf der Tagung wurden auch die Sportler des Jahres gekürt. Bei den Männern kann sich Frank Stäbler (TSV Musberg) nach dem Weltmeistergürtel von Paris auch mit diesem Titel schmücken. Bei den Frauen wurde Vizeweltmeisterin Aline Focken (KSV Krefeld) Sportlerin des Jahres. Im Nachwuchsbereich erzielten Vize-Europameisterin Lisa Ersel (SV Luftfahrt Berlin/Leistungsstützpunkt Frankfurt/O.) und der Drittplatzierte der Junioren-WM Jan Zirn (KG Baienfurt) die besten Platzierungen, die für den Titel Nachwuchssportler des Jahres ausschlaggebend waren.

Auszeichnung mit der bronzenen Ehrennadel des Thüringer Ringerverbandes

Am 14.10.2017 wurde Eyleen Sewina (RSV Rotation Greiz) für ihre sportlichen Erfolge mit der bronzenen Ehrennadel des Thüringer Ringerverbandes ausgezeichnet. Eyleen belegte im Jahr 2017 den ersten Platz bei den Deutschen Meisterschaften der Junioren und startete bei den Europameisterschaften der Junioren in Dortmund. Die Auszeichnung wurde unter großem Applaus der 500 Zuschauer, welche sich zum Regionalligakampf, zwischen dem RSV Rotation Greiz und dem AVG Markneukirchen in der Halle eingefunden hatten, durch den Vizepräsident-Sport des Thüringer Ringerverbandes, Bela Olah, durchgeführt.

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